Sonntag, 21. Mai 2017

A Place Where There's No More Pain

Life of Agony (LOA) haben gerade ihr neues Album 'A Place Where There's No More Pain' rausgehauen. Viele Kritiken stehen den Album recht positiv gegenüber (z.B. auf Stormbringer.at, metal.de, classicrock.net und Metal-Hammer). Die negative Kritik wie auf laut.de kann ich offen gestanden so überhaupt nicht teilen. Bei mir läuft's gerade rauf und runter.



Ja, Life of Agony gehören für mich zu der Sorte an Bands, die Dich begleiten, auch ein gewisses Stück 'identitätsstiftend' waren, das aber eher aus der zweiten Reihe heraus. 'River runs red' war jedenfalls das Album von LOA, das mich geprägt hat. Und das lag nicht nur am Groove, sondern auch an der ungwöhnlichen Stimme von Keith Caputo und der nicht zu verleugnenden Hardcore-Nähe.

Nun gebe ich offen zu, dass mir Caputos Singerei manchmal zu ningelig war. Insofern war LOA auch etwas stimmungsabhängig, d.h. ich konnt's nicht immer hören und manchmal ging's mir auch auf den Sack. Aber irgendwie haben es die fetten Gitarren, der Groove und die Harmonie in der Disharmonie immer wieder geschafft, mein Interesse zu wecken, bei LOA zu verweilen und ihnen begeistert zuzuhören. LOA waren live in meinen Augen immer etwas dünn, aber von der Scheibe her haben sie mir durchaus Spaß gemacht.

Das neue Album bietet, nun ja, nicht übermäßig viel Neues. Mensch könnte hier den Vorwurf machen, dass die einen oder anderen Riffs das 0815-Repertoire aus NuMetal, alten LOA usw. sind. So erinnerte mich der Opener 'Meet My Maker' vom Riff her doch stark an Skindred - und bei denen klingt das viel energischer und aggressiver. Aber trotzdem schaffen es LOA das Ganze am Rollen zu halten und dem einen typischen LOA-Stempel aufzudrücken. Keine Frage, das hört sich deutlich nach LOA an. Tja und so geht's dann weiter. Es gibt Riffs, die einem bekannt vorkommen, aber zeitgemäß abgemischt sind. Dazu dann Caputos markanten Gesang und eingängige Refrains.

Und genau das ist es, was nach wie vor ziemlich gut funktioniert: Fette Gitarren, eingängige Riffs, Groove und die vereinzelt in der Disharmonie versteckten Harmonien. Die Stimme von Mina Caputo empfinde ich besser als früher. Irgendwie erkennbar Keith, aber ich habe das Gefühl, dass sie nun markanter und präziser klingt. Bisweilen erinnert die Stimme auch ein wenig an Linkin Park oder Fred Durst. Aber insgesamt ist die Stimme erstaunlicherweise näher an Keith als mensch das zunächst denken mag. Alle die, die befürchteten, dass Caputos Stimme nicht mehr das Markenzeichen von LOA sein werde, werden eines besseren belehrt. Caputos Stimme bleibt nach wie vor erkennbar und markant.

Das alles mag sich nun erstmal nur nach Durchschnitt anhören. Gut, wer ein zweites 'River runs red' erwartet hat, ist selbst schuld. Aber irgendwie macht mir das Album gerade recht viel Spaß. Es ist auf jeden Fall kein Ausfall. Wenn ich mir so jüngere Alben von anderen Bands damals Revue passieren lasse - ich sage nur Deftones oder Soulfly -, dann muss ich sagen, dass LOA viel richtig gemacht haben. 'A Place Where There's No More Pain' bietet eine gute Mischung aus Grunge und Crossover sowie erkennbarem LOA-Sound. Es ist fett und eingängig, lässt einen aber auch bei weiteren Durchgängen noch etwas entdecken. Neben dem Titelsong 'A Place Where There's No More Pain' würde ich 'Bag of Bones' zum Anspielen empfehlen. Dass mensch hier an Type-O denken darf, wird wohl nicht ganz zufällig sein. ;-) Ich empfehle auf jeden Fall, sich die Scheibe anzuhören. Nach Möglichkeit mehrmals.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Studium - Zukunft auf Pump?

Auf ARTE war eine interessante Doku mit dem Titel "Studium - Zukunft auf Pump?" zu sehen. Dummerweise ist sie heute unter dem entsprechenden Link nicht mehr abrufbar. Es bleibt zu hoffen, dass das nur ein technischer Fehler ist und die Doku später wieder via Mediathek angeschaut werden kann.

Die Doku ist durchweg wirtschaftskritisch und zeigt, wie Bildung und insbesondere die Hochschulbildung ökonomisiert wird. Zu Wort kommen Verantwortliche und Studierende - Letzteres aus den USA, Schweden und England.

Für mich das Interessanteste war eine Passage aus England, wo es darum ging, dass viele Studierende einen Studienkredit abschließen, insgesamt aber damit zu rechnen ist, dass 30-40 Prozent dieser Kredite gar nicht bezahlt werden können. In dieser Passage zeigt, dass die dort mit diesen Studienkrediten Handel treiben. Die offenen Forderungen werden also gehandelt, weitergegeben. Wer hier nicht spontan an die Banken- und Finanzkrise von 2007/2008 denkt, hat eine ganze Menge verschlafen. Denn das ist im Grunde das gleiche Prinzip. Es werden Finanzblasen aufgebaut und damit jongliert. Dass dies im Hochschulsektor geschieht, mit Leuten, die mit dem Versprechen 'Bildung = besseres Leben' gelockt werden, ist schon ziemlich übel. Noch übler wird es, wenn das ganze Bildungsbohei berücksichtigt wird, das ja dieses Klime begünstigt. Irgendwie hat das auch Ähnlichkeit mit der Privatisierung der Rente bei uns: Erst die gesetzliche Rente demontieren, dann den Leuten die Notwendigkeit einer Privatvorsorge erklären und sie damit ins Haifischbecken werfen, wo sie sich staatliche gefördert ein paar Kröten vom Munde absparen, um dann am Ende doch nur über den Tisch gezogen zu werden (u.a. weil sie nie so alt werden, wie es vertraglich nötig wäre).

Kurz: Eine interessante Doku - und wenn sie wieder via Mediathek abrufbar ist, einfach anschauen.

Montag, 15. Mai 2017

Aus aktuellem Anlass: Musik...

Gestern war Sonntag, in Ösiland (hier, hier und hier) hat sich ein rechts blinkender konservativer Außenminister auf den Weg zur Kanzlerschaft begeben und NRW hat gewählt (SZ)...

Sonntag, 16. April 2017

Profits of Doom

Am 14.4. gab's auf loudwire ein Feature zu Peter Steele (geb. Peter Ratajczyk), dem Frontmann und Bassisten von Type-O-Negative, der vor über sieben Jahren - just am 14.04.2010 - starb. Für mich war er einer der ganz Großen. Sein Ende bedeutete auch das Ende von Type-O-Negative, die für mich eine Ausnahmeerscheinung im Musik-Geschäft darstellten. Wer hier ein 'leider' vermisst, muss sich darauf hinweisen lassen, dann Type-O zwar nicht allein auf Petes Mist gewachsen waren, aber ohne Pete wäre das nicht mehr Type-O gewesen.

Die Entscheidung, es damit sein zu lassen spricht für die Kompromisslosigkeit, durch die sich Type-Os Musik auszeichnete: Lange Intros, manchmal stark ins Noise gehende Zwischensequenzen; auch konnten Songs nach Minuten einfach in eine völlig andere Richtung schwenken, um dann am Ende nochmal auf den Anfang zurückzukommen usw. Ebenso haben sie das Kunstück vollbracht, quasi im Vorbeigehen verschiedene Genres zusammenzufügen. Viele mögen heute in Type-O eine Gotic-Metal-Band sehen, wer aber genau hinhört, wird feststellen, dass Pete & Co. nie ihre Wurzeln zum Hardcore und Punk verloren hatten. Vom Sound her habe ich sie auch mächtig fett in Erinnerung. Da konnte schon eine ganze Wand auf einen zurollen.



In diesem Sinne: Hört einfach mal wieder eines der Alben oder schaut mal auf Youtube nach einem der großartigen Konzerte.